Bürgerliste informiert sich in Langenselbold aus erster Hand über effektiven Hochwasserschutz
Bei einem Ortstermin in Langenselbold besichtigte eine Abordnung der heimischen Bürgerliste / Freie Wählergemeinschaft Linsengericht die dortigen sogenannten „grünen Regenrückhaltebecken“ an der Gründau und dem Wehrbach in der Nähe vom Tannenhof, Pappelhof und der Geisfurt-Mühle, sowie an der Gründau zwischen der Landesstraße 3271, der Obermühle und dem Obsthof Mohn, die mittels eines großen Schiebers und einer Drosselung der Fließgeschwindigkeiten des Wassers weite Teile der Stadt seit 2018 sehr effektiv vor Hochwasserereignissen schützen.
Der ehemalige Bürgermeister Jörg Muth erläuterte sehr kompetent und sympathisch vor Ort, wie die beiden 3 und 1,6 Meter hohen begrünten Dämme aus Beton, Erde und Granitgestein aufgebaut sind. Auch ging Muth auf die Auflagen, Besonderheiten und Vorgaben bei den bereits 2003 mit einem Ingenieurbüro aus Wächtersbach begonnenen Planungen ein. Die Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Darmstadt verlief weitestgehend problemlos, wobei Muth in einer Angelegenheit jedoch ins Ministerium nach Wiesbaden fahren musste, um eine Lösung zu finden.
„Die Planungen und Umsetzungen erfolgten unter enger Einbindung der ortsansässigen Landwirte und weiteren Grundstückseigentümern, von denen die Stadt Langenselbold nur einen Teil der für die Bauwerke und damaligen – heute wieder begrünten – Baustraßen nötigen Grundstücke ankaufte“, informierte Muth.

Von links: Ruben Hundhausen, Sebastian Dein Hans-Gerd Adler, Klaus Balzer und Heinz Breitenbach vor dem Wehr der Gründau bei Langenselbold.
„Der Vorteil des hier realisierten Hochwasserschutzkonzeptes ist es, dass vor den beiden Dämmen mehrere hunderttausend Kubikmeter Wasser auf den Äckern und Wiesen eingestaut werden können, die in Jahren mit normaler Witterung ganz normal bewirtschaftet werden können“, so BGL-Gemeindevorstandsmitglied Sebastian Dein aus Altenhaßlau.
„Nur etwa alle 20 Jahre ist es notwendig, den ansässigen Landwirten eine vertraglich zwischen diesen und der Stadt Langenselbold geregelten Ernteausfall für betroffene Flächen zu bezahlen“, so Muth, der während seiner beiden Amtszeiten bis 2020 maßgeblich an der Realisierung dieses Hochwasserschutzprojektes beteiligt war und die entsprechenden Verhandlungen mit allen Beteiligten inklusive der Fördermittelgeber geführt hatte.
Bürgerlisten-Fraktionsvorsitzender Heinz Breitenbach ergänzte: „Bei den Ortsbegehungen wurde uns deutlich, wie harmonisch sich solche Schutzbauwerke, die damals rund 1,5 Millionen Euro gekostet haben, in das Landschaftsbild einfügen können, wenn man sie vernünftig plant, baut und anschließend auch entsprechend pflegt“, bevor er sich abschließend bei Jörg Muth für die äußerst interessante Führung im Norden von Langenselbold bedankte.

Von Links: Gemeindevertreter und BGL-Kassierer Klaus Balzer, BGL-„Urgestein“ Hans-Gerd Adler, der ehemalige Langenselbolder Bürgermeister Jörg Muth, Bürgerlisten-Vorsitzender + stellvertretender Fraktionsvorsitzender Ruben Hundhausen und BGL-Gemeindevorstandsmitglied Sebastian Dein vor Ort hinter dem Wehr in Langenselbold.